Bordeaux zwischen geschichte und modernem kulturerbe

2007 wurde Bordeaux in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO eingetragen. 10 Jahre später bereichern neue Bauwerke das Kulturerbe und leben in Harmonie mit den historischen Bauwerken.

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Mit einer Fläche von 1810 Hektar, die Teil des Unesco-Weltkulturerbes sind, steht Bordeaux diesbezüglich weltweit an erster Position. Innerhalb des Stadtzentrums kann man sich wunderbar mit der Tram oder mit dem Rad von einem Viertel zum nächsten bewegen. Wie ein roter Faden hilft die Garonne bei der Orientierung vom Süden bis in den Norden der Stadt.

Der Stadtteil Chartrons im Norden, ehemalige Hochburg der Weinhändler, ist heute bekannt für seine Trödler, Antiquitätenhändler und Läden mit Designobjekten. Im Zentrum erstreckt sich der Place des Quinconces mit dem dahinter liegenden Stadtviertel Grands Hommes, eine Hommage an unsere Denker, von Montaigne bis Diderot: Dieser Teil der Stadt wird ebenfalls als das „Dreieck“ bezeichnet und ist bekannt für seine Luxusgeschäfte, Privathäuser und das prunkvolle Grand Théâtre, ein Meisterwerk von Victor Louis.

Einige Steinwürfe entfernt befindet sich die Altstadt von Bordeaux: Saint Pierre ist ein junges und zum Ausgehen beliebtes Viertel. Hier reihen sich ausgezeichnete Restaurants und wunderschöne Plätze mit sonnigen Terrassen aneinander.

Place du parlement

Hebt man beim Flanieren den Blick, so stößt man unumgänglich auf die bekannten bordelaiser Masken, in Stein gehauenen Figuren, die die Fassaden der prachtvollen Häuser zieren.
Der Börsenplatz und seine majestätischen Fassaden aus dem XVIII. Jahrhundert sind Anlaufpunkt für all die Besucher, die DAS Foto zur Erinnerung an Bordeaux machen wollen. Der Wasserspiegel (“Miroir d’eau“) – die weltweit größte Anlage dieser Art– liegt gleich gegenüber und begeistert mit seinem Nebelschauspiel.

Nur einen Katzensprung entfernt liegt der Place Pey Berland mit seinen drei Monumenten, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehören: der gleichnamige Turm, der eine wundervolle Aussicht über die Stadt bietet, die Kathedrale Saint-André und der Palais Rohan, das derzeitige Rathaus. Im Süden befindet sich die Porte Cailhau und die Grosse Cloche. Auf der gegenüberliegenden Seite des Cours Victor Hugo, befindet sich Saint-Michel: dieses kosmopolitische Stadtviertel verführt Neugierige mit seinen Düften von Gewürzen, dem besonders lebhaften Markt Capucins und seinen Trödelläden. Der Place de la Victoire ist besonders bei Studenten beliebt, nicht zuletzt wegen seiner vielen Café-Terrassen und Bars.

Unter keinen Umständen sollte man sich einen kleinen Abstecher ans rechte Garonne-Ufer über die Pont de Pierre entgehen lassen: hier ist es nicht nur besonders schön grün, dank Botanischem Garten und Parkanlagen, von hier aus hat man auch den besten Blick auf den Port de la Lune und die denkmalgeschützten Fassaden. Die « rive droite », wie man das rechte Garonne-Ufer nennt, wird zu Unrecht unterschätzt und birgt so einige Überraschungen: ein blauer Löwe auf dem Platz Stalingrad, die Kaserne Niel (Darwin), die moderne Hebebrücke Chaban-Delmas …

Bordeaux ist ein spannender Schauplatz für zeitgenössische Architektur. Davon zeugen die 2013 fertiggestellte Brücke Jacques Chaban Delmas, sowie die 2016 eröffnete Cite du Vin und die Arena, die im Januar 2018 eingeweiht wurde. Diese neuen spannenden Architekturprojekte bereichern die Stadt, die bereits über zahlreiche moderne Akzente verfügt: der Justizpalast, das Hotel Mama Shelter, der Weinkeller des Château Les Carmes Haut Brion (Philippe Starck) und das Stadion Matmut Atlantique (Herzog und de Meuron)...